Burg Falkenburg
Anno Domini 1274, so heißt es, ließ Graf Albrecht von Falkenbrück die Burg Falkenburg auf einem Felsen über dem Fluss errichten.
Ein schweigsamer Mann, der mehr mit seinen Falken sprach als mit Menschen, soll er gewesen sein. Überlieferungen nennen ihn eigenwillig, aber gerecht. „Eine Burg“, sprach er, „soll nicht nur Mauern haben, sondern Flügel.“ Darum ziert noch heute der Falke das Wappen der Burg.
Im Laufe der Jahrhunderte trotzte die Falkenburg Stürmen, Kriegen und Wandel.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Nordflügel durch Beschuss schwer beschädigt. Die Legende besagt, dass nicht alle Kanonenkugeln aus Menschenhand kamen – manche sprachen von Schatten, die in jenen Nächten durch die Flure gingen. Seit jener Zeit heißt es, die Mauern der Falkenburg merken sich, wer sie respektiert – und wer nicht.
Im 19. Jahrhundert erwarb ein Industrieller die Ruine und ließ sie wieder aufbauen. Seine Tochter, Amelie von Bruchfels, gründete hier eine Schule für Waisenkinder.
Aus dieser Schule erwuchs später das heutige Internat Falkenburg, das Wissen, Disziplin und Zusammenhalt lehrt – Werte, die bis heute das Leben auf der Burg prägen.
Doch unter den Steinen der alten Mauern liegt mehr als Geschichte. Man erzählt von einem verborgenen Tunnel, einem Buch der Turmritter, und von Kindern, die einst schworen, mit dem Herzen zu kämpfen – nicht immer nach dem Regelbuch.
So wird auf der Falkenburg bis heute nicht nur gelernt – sondern gelebt, gestaunt und gelauscht, wenn die Mauern wieder flüstern.
